Einander fremd?
Integration als Thema der Kinder- und Jugendliteratur
Unter
dem Titel "Einander fremd" hat die STUBE
als Kooperationspartner des Projekts "LebensSpuren : Begegnung der
Kulturen" eine schön gestaltete und klug strukturierte Broschüre
zum Thema "Integration" aufbereitet. Im Rahmen eines "STUBE-Freitags" wurde die druckfrische Publikation am 25. April 2008 vorgestellt (s. Bericht der STUBE).
Auf 36 Seiten werden hierin empfehlenswerte Titel für alle Altersstufen aus dem Bereich der
Kinder- und Jugendliteratur vorgestellt, die sich dem Themenfeld in höchst
unterschiedlicher Art und Weise stellen. Insgesamt werden 62 Titel präsentiert
und vorgestellt und nach folgenden sechs Kapiteln gruppiert und geordnet:
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Leben in Vielfalt
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Miteinander leben
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Leben mit Behinderung
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Das Leben der Anderen
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Angst und Vorurteile erleben
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Vielfalt religiösen Lebens
Die Broschüre kann zum Preis von € 5,00 bei der STUBE bestellt werden.
Katalogisate und Rezensionen zu den vorgestellten Büchern finden Sie hier.
Das Vorwort der Broschüre
Kaum ein gesellschaftspolitsches Schlagwort wurde in den letzten Jahren so anhaltend und heftig diskutiert wie jenes der Integration - oft verstanden im Sinne von Anpassung an den gesellschaftlichen Mainstream. Dabei kommt das Wort ursprünglich vom griechischen entagros, das unversehrt, ganz bedeutet. Dem integrativen Miteinander im Weg stehen immer wieder unterschiedliche Fremdheitsgefühle. Wer ist dabei wem fremd, und warum? Dieser Frage gehen die hier zusammengestellten Bücher auf ganz unterschiedliche Weise nach. Sie sollen einerseits einen ganz naiven Blick auf das Fremde in seinen unterschiedlichen Facetten eröffnen und andererseits ein Bewusstsein für das soziale Umfeld schaffen, in dem Integration stattfindet.
In ihrer Entscheidung für das europäische Jahr des interkulturellen Dialogs 2008 betont die Europäische Union, dass ihren Bürgerinnen mit diesem Dialog die Möglichkeit gegeben werden soll, sich in einer von Vielfalt und Dynamik geprägten Gesellschaft innerhalb Europas und der Welt zu entfalten. Dieser Entfaltung geht jedoch die Notwendigkeit voraus, sich zurechtzufinden. Voraussetzung dafür ist das Wissen um die Welt, die uns umgibt - das Wissen um unterschiedliche Lebensformen und Lebenserwartungen, um soziale Unterschiede und Ungleichheiten, um ein Leben mit Einschränkungen oder Defiziten, um Erfahrungen von Ausgrenzung oder gar Verfolgung.
Die hier zusammengestellten Bücher dienen als Angebot, sich in
dieses Wissen um die Welt im geschützten Bereich der Literatur einzuüben
und dabei auch schwierige, existentielle Fragen anzusprechen. In 6 Kapiteln
werden Bücher vorgestellt, die einen Blick au f das Fremde im Kontrast
mit dem je Eigenen werfen. Die Zuordnung der einzelnen Titel zu diesen
Über-Kapiteln soll der besseren Orientierung dienen und nicht thematische
Festschreibungen vornehmen. Bei vielen der Bücher liegt ihre Relevanz
für den Themenkomplex Integration auf der Hand, bei einigen wurden
Text und Bilder etwas genauer und unkonventioneller in den Blick genommen,
um in der praktischen Arbeit mit Kinder- und Jugendliteratur ganz unterschiedliche
Themenzugänge zu ermöglichen. Dabei werden unterschiedliche
Lebensspuren nachgezeichnet und sollen in ihrer Vielfalt eine Begegnung
der Kulturen, aber auch der Mehrheit mit den am Rande Stehenden erleichtern.
Jeder auf ein positives Pro und Kontra ausgelegte Dialog bedarf wesentlicher
Grundlagen: Aufgeschlossenheit, Wissen um das Gegenüber und sprachliche
Voraussetzungen. Kinder- und Jugendliteratur in ihren unterschiedlichen
Varianten eröffnet die Möglichkeit, diese Grundlagen zu schaffen.
Mit Leselust, Empathie, aber auch Distanz soll die Vielfalt des Eigenen
wie auch des Fremden aus unterschiedlichen Blickwinkeln wahrgenommen werden.
Die Qualität dieses Blicks ist zuallererst an die Qualität der Bücher selbst gebunden: Die hier vorgelegte Auswahl orientiert sich daher zuallererst an der literarischen und künstlerischen Gestaltung der erzählten Geschichten.
Auch Kinder- und Jugendliteratur vermag keine Patentlösungen für gesellschaftspolitische Problemstellungen anzubieten. Der erzählerische Blick auf das Eigene und das Fremde kann aber Denkanstöße geben, die beitragen zur Integration - wortwörtlich verstanden im Sinne von unversehrtem, gelungenem Leben.
Das STUBE-Team
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