Kulturelle Begegnungsräume im Welthaus Innsbruck

von Maria Habernig
„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“
Mahatma Gandhi
Getragen von der Vision einer Welt, in der allen Menschen ein Leben in
Würde ermöglicht wird, setzt sich das Welthaus Innsbruck für
Friede, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung ein. Diesen
Weg gehen wir nicht alleine. Wir motivieren Menschen dazu und unterstützen
sie dabei, die Veränderung zu sein, die sie sich für diese Welt
wünschen.
Die Begegnung mit Menschen, das voneinander Lernen und gemeinsames Handeln
sind wichtige Dimensionen auf dem Weg zu einer gerechten Welt. Im Welthaus
Innsbruck passiert dies täglich. Das Welthaus der Diözese Innsbruck
versteht sich als ein entwicklungspolitisches Netzwerk. Globales Lernen
und globales Handeln vereinen sich in diesem Ort. Einerseits durch die
Arbeit von Welthaus Bildung, der Bildungsabteilung, die zahlreiche Angebote
im Bereich interkulturelles und globales Lernen für interessierte
Menschen in Tirol und Österreich zusammenstellt. Andererseits durch
die Hilfswerke Bruder und Schwester in Not und Caritas Innsbruck International,
welche in der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind und von Tirol
aus Projekte in Osteuropa, West- und Ostafrika sowie Lateinamerika finanziell
unterstützen und koordinieren.
Gemeinsam mit Missio und Jugend Eine Welt sind diese drei Einrichtungen
im Welthaus Innsbruck zu finden. Dem entwicklungspolitischen Netzwerk
der Diözese Innsbruck zugehörig sind auch die Dreikönigsaktion
der Katholischen Jungschar und die Katholische Frauenbewegung mit der
Fastenaktion. Weiters hält das Welthaus regelmäßig Kontakt
zur AMO (Arbeitskreis für Missionierende Orden) und zu den rund 50
in allen Erdteilen tätigen MissionarInnen.
Persönliche Begegnung und Austausch, ausgehend von den eigenen Erfahrungen
und Interessen, stehen im Mittelpunkt der Angebote vom Welthaus Innsbruck
in Tirol. Zudem wird Wissen über globale Zusammenhänge vermittelt
und Menschen werden zu Handlungen befähigt, die zu einer gerechten
und nachhaltigen Entwicklung beitragen.
Das Vorstellen einiger der Angebote im Folgenden soll Lust und Neugierde auf globales Lernen und Handeln wecken.
Lebensbilder
Eintauchen in andere Lebenswelten und verschiedene Aspekte aus dem Leben in Ländern des Südens kennen lernen. Interkulturelle Begegnung von Mensch zu Mensch erfahren und in Dialog treten – das ermöglicht das Projekt „Lebensbilder“ nun seit 10 Jahren.
Einmal im Jahr kommen Gäste aus Partnerländern von Bruder und Schwester in Not oder der Caritas Innsbruck International nach Tirol. In Schulen, Pfarren und Bibliotheken berichten sie über ihr Leben, ihre Probleme und Hoffnungen. Im November 2007 waren Betty Namagal und Pius Ssettaba aus Uganda in Tirol unterwegs. Die TirolerInnen waren begeistert und betroffen von den Begegnungen mit ihnen:
Es war eine sehr interessante und spannende Begegnung mit einer „anderen“ Welt. Ich bin froh, so viel Neues über Uganda und die Menschen dort erfahren zu haben.
Schülerin HBLA Innsbruck West
Die nächsten Lebensbilder kommen voraussichtlich November 2009 aus Burkina Faso.
Weltcafé-Reihe: global - lokal - gestalten
Weltcafé bedeutet nicht nur zuhören, sondern auch mitreden. Drei ExpertInnen geben ein kurzes Statement zum Thema des Abends ab. Anschließend können die Weltcafé-BesucherInnen am Tisch des/der ExpertIn ihrer Wahl in kleineren Gruppen weiterdiskutieren, nachhaken, in Dialog treten, Kritik loswerden, Pläne schmieden, Ideen spinnen - und das alles in gemütlicher (Welt)-Kaffeehausatmosphäre!
Durch das Mitwirken mehrer ExpertInnen wird das Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet. Global-lokale Zusammenhänge werden so erfahrbar und Handlungsfelder sichtbar. Im Jänner ging es unter dem Titel „welt.hungrig“ um Welternährungssicherheit von Burkina Faso bis Arzl. Zu spannenden Fragestellungen unter den Mottos „welt.xund.heit“ und „welt.frauen.tag“ wird im Februar und im März diskutiert.
Biofaires Frühstück und Jausn
Die Idee ist ganz einfach: Als GastgeberIn lädt man FreundInnen, KollegInnen und Bekannte oder Verwandte zu einem Frühstück oder einer Jause ein. Gemeinsam wird dann gespeist, getrunken und geplaudert – natürlich mit Produkten aus fairem Handel und aus biologischer Landwirtschaft.
Eine geschulte ReferentIn kauft vorher die Produkte ein und informiert die Gäste über Hintergründe von fair und bio. Das ist doppelter Genuss: Wir genießen ausgezeichnete und gesunde Produkte und die ArbeiterInnen und ProduzentInnen aus den Herkunftsländern dieser Lebensmittel können ein menschenwürdiges Leben führen!
In der Diözese Linz ist dieses Angebot seit mehreren Jahren ein großer Erfolg. Das Welthaus Innsbruck startet im März 2008 mit dem biofairen Frühstück und der biofairen Jausn.
Jahr der Welt_Kirche
Die Diözese Innsbruck hat 2007 den Global Marshall Plan unterzeichnet. Im Arbeitsjahr 2007/2008 wird daher ein besonderer Schwerpunkt auf Initiativen und Veranstaltungen gelegt, die sich mit einer gerechteren und umweltschonenden Form des Wirtschaftens befassen. Das Welthaus Innsbruck unterstützt die Erstellung und Durchführung des buntgemischten Programms. Für eine neue Lebensqualität macht sich in diesem Rahmen zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten eine Pilgergruppe unter dem Titel „Spurenwechsel“ auf den Weg durch ganz Tirol. In verschiedenen Orten wird es Diskursveranstaltungen mit der Bevölkerung geben.
Auf dem Weg zu einer gerechteren Welt
Wir gehen den Weg in Richtung gerechtere Welt nicht allein! Das gilt hoffentlich für die Pilgergruppe im Mai, aber auch für das Welthaus Innsbruck. Neben vielen engagierten Menschen und Organisationen in Tirol arbeiten wir gemeinsam mit den Welthaus-Organisationen in Graz, Salzburg, Wien, St. Pölten, Klagenfurt und Linz an der Verwirklichung unserer Vision – und gerne auch mit Ihnen!

Mag. Maria Habernig ist Bildungsreferentin im Welthaus Innsbruck
Maria.Habernig@dibk.at
www.welthaus.at
www.welthaus-innsbruck.at





