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"To see things plainly, you have to cross a frontier."
Salman Rushdie

Kinder- und Jugendliche erzählen einander aus ihrem Leben


Impulse zum Thema 'Migration' | ÖB Bergheim/Sbg.

von Claudia Hufnagel-Zenz

Kinder und Jugendliche treten dem Thema Migration und Integration meist unbelastet gegenüber. So kann die Auseinandersetzung mit fremden Kulturen durch das Wecken von Neugier und Entdeckungsgeist zu einem lustvollen Miteinander führen. Im Folgenden finden Sie einige Hinweise auf zwei Projekte, die ich 2007 in Bergheim durchgeführt habe

VolksschülerInnen lesen Geschichten

Aus der vierten Klasse Volksschule wurden Kinder verschiedener Nationalität gebeten, Geschichten aus ihrem Mutterland vorzulesen. Das jeweilige Land wurde in Skizzen und mit charakteristischen Schlagwörtern zunächst auf dem Flipchart umrissen und persönliche Erfahrungen seitens der Schüler wurden ausgetauscht.
Die Begrüßung wurde in der fremden Sprache eingeübt. Die Kinder sind sich mit Aufmerksamkeit begegnet und die Vorlesenden waren sichtlich stolz. Es wurde viel gelacht.

HauptschülerInnen führen Interviews

Hauptschüler der ersten und vierten Klasse erarbeiteten für ein Interview mit Migranten aus ihrer Schule einen Fragebogen, der sich mit der familiären, religiösen und gesellschaftlichen Lebenssituation befasst. Die Fragebögen, die sich auch mit Festen, Kleidung, Essen oder dem Freundeskreis in der ‚alten‘ Heimat beschäftigen, können von der Homepage www.lebensspuren.net heruntergeladen werden. Es war auffallend in welch höflicher, aufgeschlossen freundlicher Atmosphäre die Interviews geführt wurden.

Solche Beispiele entwickeln ein waches Bewusstsein für Menschen anderer Kulturen und führen durch Einfühlungsvermögen zur Selbstreflexion. Die Fähigkeit zuzuhören und sich mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen wird in Zukunft die immer größer werdende, sozial-kulturelle Vielfalt entscheidend gestalten, Gemeinsamkeiten müssen schärfer profiliert werden. Verantwortung und Solidarität muss populär gemacht und das positive Verhältnis zu den Bibliotheken genutzt werden.


Claudia Hufnagel-Zenz Claudia Hufnagel-Zenz


Migration an unserer Schule - Aufmerksamkeit durch Fragen

Gruppe eins:

  • Woher kommst du? – Aus welchem Land, welcher Stadt?
  • Welche Sprachen sprichst du? – Welche Sprache sprichst du Zuhause?
  • Welcher Religion gehörst du an?
  • Welche Traditionen pflegt ihr im Heimatland, welche hier?
  • Welche kulturellen Unterschiede fallen auf?
  • Welche Feste feiert ihr?
  • Gibt es eine traditionelle Kleidung?
  • Wie lange seid ihr schon in Österreich?
  • Warum kam es zur Emigration?
  • Bist du mit deiner Familie hier?
  • Musstest du Deutsch erst lernen? – Wenn ja, auf welche Weise? Hast du Kurse besucht?
  • Würdest du in dein Heimatland zurückgehen wollen?
  • Besucht ihr das Heimatland?
  • Hast du hier schon Freunde gefunden?
  • Fühlst du dich wohl hier?- Warum oder warum nicht?
  • Hast du Verwandte in Österreich?
  • Hast du Freunde in deinem Heimatland, die du vermisst?
  • Gibt es ein traditionelles Essen? – Wie kocht ihr hier?

 

Gruppe zwei:

  • Wie und wann lebst du in dem Land deiner Eltern? Welches Land ist das? – Fühlst du dich dort wohl – und warum?
  • Welche Sprache sprichst du außer Deutsch? – Verstehst du und gut? – hören wir dir gut zu?
  • Welche Kulturunterschiede gibt es hier zu deinem Heimatland?
  • Welcher Religion gehörst du an?
  • Warum ist deine Familie hier?
  • Gibt es in deinem Heimatland genug Arbeit?
  • Gibt es in deinem Heimatland genug zu essen?
  • Welche Gerichte sind in deinem Heimatland besonders beliebt und was kocht hier deine Familie?
  • Fühlst du dich wohl bei uns? Und warum? – Fühlst du dich gleichberechtigt?
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