Kochen . Musik . Literatur
Interkulturelle Aktivitäten der Bücherei Grieskirchen
Ein neues interkulturelles Projekt ist im Entstehen: KOCHEN MUSIK LITERATUR
kulinarisch-literarisch-musikalisch: Berichte von Erdmuth Peham
Syrischer Kochabend am 22. Jänner 2010
Ein Fest der Sinne steht uns heute bevor, es werden den 23 TeilnehmerInnen
10 vegetarische Gerichte und ein Käse- und Fleischgericht vorgestellt.
Mit viel Humor und Eifer wird mitgeholfen beim Zubereiten der einzelnen
Gerichte, die zuvor ausgeteilten Rezepte helfen zur Orientierung.
Wir lernen kennen: Fisolen in Öl, Kichererbsensalat, Saubohnen in
Öl, Spinat in Öl, Käse und Fleischtaschen, Kichererbsenpüree,
Arischocken in Öl, Roter Rübensalat Tahine, Taboule oder Petersiliensalat
und Mohammara oder Paprikaaufstrich. Als Nachspeise Knafe bil jubne.

Die Appetit anregenden Gewürze und Farben wässern uns den Mund
und als der Tisch gedeckt ist und die farbenprächtigen Gerichte vor
uns stehen genießen wir das herrliche Abendessen. Die Köchinnen
Basma und ihre Freundin, beide aus Syrien, bekommen spontanen Applaus.

Nach dem bekömmlichen Essen weise ich auf den Büchertisch, auf
dem einige Bücher von Rafik
Schami liegen, dem großartigen Erzähler aus Damaskus. Um
den Abend mit einer Geschichte ausklingen zu lassen, lese ich aus dem
Buch: „Tante Fatima kauft einen Teppich Mein Leben im Morgenland
der Frauen“ von Rosina-Fawzia Al-Rawi.
Russischer Kochabend am 11. Dezember 2009
Nach einer längeren Pause treffen wir uns wieder am 11. Dezember 2009 um mit Regina, einer russischen Ärztin, die Küche Russlands kennen zu lernen. Zur Aufwärmung an dem regnerischen Abend bekommmen wir von Regina einen Kräutertrunk, der in einer phantasievollen Lackarbeit, ein Gefäß in Form eines Schwans, serviert wird.

Zur Musik von Tschaikovsky werden gekochte Karotten, Kartoffeln und rote
Rüben geschält.
Heringe in Öl werden fein geschnitten und bilden die Grundlage für
das Gericht Hering im Mantel, „Seledka pod Schuboj“, eine
beliebte Vorspeise. Der Fisch wird bedeckt mit den oben genannten Gemüsesorten,
die eine farbenprächtige und köstliche kalte Vorspeise ergeben,
die einzelnen Lagen werden mit Mayonaise verbunden.

Am anderen Tisch wird ein Teig geknetet und Zwiebel geschnitten für
die Fleischfülle der Pelmieni, Teigtaschen , die im Salzwasser gekocht
werden.
Gedeckt wird eine hübsche bunte russische Tischdecke und wir lassen
uns das feine Essen sehr gut schmecken.
Regina erzählt uns nach dem Essen, wie sie ihren Mann kennen gelernt
hat und von den Bräuchen in Russland.
Als Buch zum Vorlesen war gedacht: „Das Christkind aus den großen Wäldern“ von Ezard Schaper, eine berührende Weihnachtsgeschichte. Sie blieb aber ungelesen, da wir von der erzählten Biografie Reginas nicht genug bekamen.
Polnischer Kochabend am 23. Oktober 2009
Anna Wyruch unsere Köchin stand zuerst mit einem 5 Liter Kochtopf mit vorgekochter Rindsuppe an einer falschen Schule, aber nach einigen Handy-Gesprächen landete sie in der Hauptschule 2 und die bereits wartenden helfenden Hände unserer Teilnehmerinnen konnten gleich mit der Arbeit beginnen.

Es wurde Teig geknetet, Steinpilze gekocht mit Sauerkraut zu einer guten
Fülle verarbeitet. Diese wurde in die Teigtaschen gefüllt und
dann in Salzwasser gekocht. Vor uns entstand das polnische Nationalgericht,
die Piroggen. Daneben köchelte die schmackhafte Borretsch Suppe,
im Rohr wurde der Fleischstrudel schön braun, und als Nachspeise
zeigte uns Anna die Obwarzanki, ein Schmalzgebäck mit Topfen; Ei
und Mehl.
Einige Frauen erzählten dann bei Tisch über ihre Wurzeln in
Polen.

Der Abschluss war wie immer die Literatur. Am Büchertisch lagen
die SchriftstellerInnen Maria Nurowska, Irene Opdyke und Radek Knapp.
Ich las zur Erheiterung aller aus "Herrn Kukas Empfehlungen"
und wieder einmal ging ein gelungener Kochabend zu Ende.

Besprechungen von Radek Knapp auf "Rezensionen online"
Thailändischer Kochabend am 18. September 2009
Am Freitag, den 18. September 2009 treffen wir uns nach der Sommerpause wieder in der Hauptschule 2 in Grieskirchen und beim Betreten der Küche wehen mir schon exotische Küchendüfte entgegen.
Yui Hehenberger ist die Chefköchin des Abends und die Teilnehmerinnen
helfen beim Schneiden von Gemüse und Fleisch fleißig mit.
Am Speiseplan stehen: Kokosmilchsuppe mit Hühnerfleisch und Champignon,
Hühnerleber in Chillieschoten angebraten und dann mit Zwiebeln und
Paprika gedünstet, Schweinefleisch angebraten zusammen mit Chinakohl
und Karotten. Das Fleisch wird gedünstet und dann mir Soja und Muschelsoße
abgeschmeckt. Dazu einen großen Topf Reis.

Alle sind sehr zufrieden mit den köstlichen Fleischgerichten und fast alle TeilnehmerInnen nehmen eine zweite Portion trotz der vorhandenen Schärfe der Gewürze.
Nach dem Essen wird die thailändische Musik etwas leiser gedreht und ich lese aus dem Buch: „Geschichten aus Thailand“ von Günter Ruffert im Heller Verlag 2002.

Nach jedem Abend werden wir Organisatoren von den TeilnehmerInnen bestätigt weiterzumachen, denn alle spricht das Kochen exotischer Rezepte mit Anleitung einer Köchin aus dem Ursprungsland sehr an. Und es ist eine sehr gemütliche Art und Weise ein Land mit seinen Bräuchen und Menschen kennen zu lernen.
Ein Abend im Zeichen Lateinamerikas
Am 15. Mai 2009 um 19.00 Uhr warten wir gespannt in der Küche der Hauptschule, wer denn kommen wird.
Unsere Frauen aus Argentinien und Kolumbien werden für uns Frauen aus Oberösterreich Empanadas zubereiten. Es dauert nicht lange und schon sind 20 interessierte Teilnehmer, darunter 4 Jugendliche, in der Küche und alle werden nach einer herzlichen Begrüßung eingeteilt: Zwiebel schneiden, Teig zubereiten, Fleisch anbraten, würzen Tortillas pressen, Teigtaschen füllen….
Dann die besondere Zubereitung von Bunuelos, Maismehl mit fein geriebenem Schafkäse und etwas Wasser wird zu Kugeln gedreht und goldgelb im Fett heraus gebacken... Dazu ertönt Musik von Mercedes Sosa.

Während der Garzeit kann man am Büchertisch in Romanen über Argentinien und Kolumbien schmökern und mit dem Finger auf der Landkarte nach Südamerika fahren und endlich sitzen wir bei Tisch und lassen uns die köstlichen Speisen bei einem Gläschen Rotwein oder Fruchtsaft schmecken.
Mariana holt die Gitarre und singt, dann lese ich aus dem eben erschienen Buch von Klaus Merz: "Der Argentinier", eine wunderbare poetische Prosa mit Texten über das Geheimnis der Liebe und den argentinischen Tango.
Alles in allem ein gelungener Abend und wir haben gleich den nächsten Termin, den 5. Juni fixiert, da wird es russische Spezialitäten geben.
Türkische Düfte, Klänge, Texte
Am Freitag, den 5. Juni 2009 treffen wir uns wieder in der Küche
der Hauptschule 2 in Grieskirchen um diesmal die türkischen Kochkünste
kennen zu lernen. Die drei Köchinnen sind schon mitten in ihrer Arbeit,
als ich die Küche betrete. Kerziban bereitet türkischen Eintopf
zu, Beyhan schneidet die frischen Zutaten für den Bulgur und Ayse
kocht die wunderbar rote Tarhana Suppe.
Während der Garzeit haben die Teilnehmerinnen Zeit am Büchertisch
zu schmökern und die zarten Häkelarbeiten zu bewundern, die
den Abschluss an den bunten mitgebrachten Tüchern bilden.

Wunderbare Düfte ziehen durch die Küche und wir sitzen bald mit großem Appetit beim Tisch, der mit Gläsern, in denen frische Minze steckt, dekoriert ist. Zur Tarhana Suppe werden selbst gemachte Weißbrotfladen gereicht. Nach der scharfen Suppe schmeckt der erfrischende Bulgur mit Minze und Zitronensaft besonders gut. Es folgt das Eintopfgericht und im Anschluss gibt es noch Tee und Kaffee mit süßen Nachspeisen.

Nachdem wir uns mit den Türkinnen gut unterhalten und gefragt haben, was wir wissen wollten, lese ich noch aus zwei Büchern von Hatice Akyün: "Einmal Hans mit scharfer Soße" (Goldmann, 2007) und "Ali zum Dessert" (Goldmann, 2008).

Den musikalischen Hintergrund boten Kardes türküler - das sind Lieder aller Volksgruppen in der Türkei und traditionelle Lieder von
Melihat Gülses, einer türkische Sopranistin.
Es wurde viel gelacht und wir gingen mit neuen Telefonnummern gespeichert auf den Handys und mit interessanten Bekanntschaften auseinander.
Afrika kulinarisch, musikalisch, literarisch
Am Freitag , den 27. Juni kommen wir bereits zum dritten Mal zusammen, um diesmal afrikanisch zu kochen.
Das Menü besteht aus Erdnusssuppe, Reis, Fischcurry mit grünem und gemischten Salat und zum Dessert in Butter abgebratene reife Bananen mit Vanillezucker und Fruchtsalat bestehend aus Orangen und Mangos.

Nach meinem Büchereidienst ist es eine willkommene Abwechslung in die Rolle des Küchenchefs zu schlüpfen, ich zeige gerne meine Kochkünste, die ich mir in all den vielen Jahren in Afrika angeeignet habe. Gleich werden alle eingeteilt, Erdnussmus wird mit Wasser aufgekocht, dazu kommen Zwiebel und Tomaten und ganz zum Schluss eine Dose Kokosmilch. Eine andere Gruppe bereitet den Reis mit Cardamom, eine andere den grünen Salat und hier stehen schon die Schüsseln für den Fruchtsalat parat.
Ada, unsere kolumbanische Köchin ist zuständig fürs Frittieren und zuerst werden die Bananen gebraten und dann als Überraschung sogar Maniok, der ganz dünn geschnitten wird und weit besser als Kartoffelchips schmeckt. Der Fisch wird von mir angebraten in Zwiebeln, Ingwer und Kreuzkümmel, mit Currypulver gewürzt, ganz wenig aufgegossen und schon ist die wohlduftenede Soße fertig.

Bald schon kommen unsere Gäste, Kaplan Innocent Nwafor aus Nigerien und Kaplan Henry aus Tanzania. Zu Musik von Miriam Makeba aus Südafrika lassen wir uns das köstliche Mal schmecken. Mitgebrachte Souvenirs aus Afrika wie Massai Schmuck, Kalebaschen, Musikinstrumente und Handarbeiten und bunte Tücher stimmen ein auf eine kurze Lesung aus dem Buch: Baobab Geschichten aus Afrika von Leopld Rosenmayr.
Erdmuth Peham ist Leiterin der Bücherei Grieskirchen und Projektpartnerin von LebensSpuren.
Weitere Informationen und Bilder finden Sie auf Homepage der Bücherei
Grieskirchen.
Grieskirchen in der "Leselandschaft
Österreich"





