Hintergrundbild
"Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen."
Johann Wolfgang von Goethe

Damit es nicht verloren geht!

Eigene Lebenserinnerungen zur Sprache bringen

 

“Damit es nicht verlorengeht …“ ist ein Leitsatz vieler Menschen, die sich im fortgeschrittenen Alter verstärkt mit ihrer Lebensgeschichte auseinandersetzen und selbst Erlebtes in der einen oder anderen Form zu dokumentieren versuchen. Auch Maria Gremel, die Autorin des 1983 erschienenen Erfolgsbandes „Mit neun Jahren in Dienst“, hat ihre Kindheits- und Jugenderinnerungen unter diesem Motto niedergeschrieben und dieses ursprünglich auch als Titel für ihr Buch vorgeschlagen. Dazu kam es zwar nicht, aber stattdessen steht dieses Leitmotiv seit nunmehr fast 25 Jahren für eine Buchreihe im Böhlau Verlag, die Alltagsgeschichte anhand von persönlichen Lebensaufzeichnungen näher bringen möchte und mit Maria Gremels Buch ihren Anfang genommen hat.

Im Herbst 2007 erscheint der 60. Band mit dem Titel „Bäuerinnen erzählen. Vom Leben, Arbeiten, Kinderkriegen, Älterwerden“ und führt thematisch zu den Anfängen zurück: zur Vergegenwärtigung vor allem ländlicher Lebensverhältnisse in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Maria Gremel, Barbara Passrugger, Maria Horner oder Barbara Waß sind Autorinnen, die als gänzlich unbekannte Schreiberinnen mit ihren persönlichen Lebenserzählungen ein überraschend großes öffentliches Echo gefunden haben. Sie haben auf ihre Art österreichische Geschichte (neu) geschrieben und das Image der Buchreihe als Ganzes nachhaltig geprägt.

Schriftliche Lebensgeschichten, die aus dem persönlichen Erinnern heraus historische Lebens-, Arbeits- und Beziehungsverhältnisse am „lebendigen“ Einzelbeispiel verdeutlichen und in alltäglicher Erzählweise Einblicke in die Lebenswelten unserer Vorfahren geben, scheinen jedenfalls ein breites Lesepublikum quer durch alle Altersgruppen anzusprechen. Die Bücher werden auch im Unterrichts- und Bildungsbereich gerne eingesetzt, und selbst in wissenschaftlichen Bibliotheken fehlt die Reihe nicht, denn Geschichts-, Sozial- und KulturwissenschafterInnen beschäftigen sich heute vermehrt mit Selbstzeugnissen aller Art.

Zwischen Fremdheit und Vertrautheit

Erzählte Lebensgeschichten bieten offenbar ein reizvolles Nebeneinander von bekannten, quasi „allgemein menschlichen“ Erfahrungen und Erlebnissen, die auch aus dem eigenen Alltag vertraut sind, und eine Anzahl von individuellen „Besonderheiten“: z. B. ausgeprägte Charaktere, außergewöhnliche (oder außergewöhnlich gut beschriebene) Lebensumstände und biografische Entwicklungen, originelle, alternative Sichtweisen oder oft auch schlicht unvorhersehbare Ereignisse, die mehr oder weniger gravierend den Lebenslauf eines Menschen beeinflussen können. Man kann als LeserIn Anteil nehmen an individuellen Variationen lebensgeschichtlicher Verlaufs- und Deutungsmuster, an biografischen Wurzeln, Verstrickungen und Selbstentwürfen vor einem – einmal mehr, einmal weniger bekannten – historisch-gesellschaftlichen Hintergrund.

Manche kindlichen Eindrücke und Gedankengänge, die sich beispielsweise in Theresia Oblassers „Köpfchen voll Licht und Farben“ formten und von der Autorin Jahrzehnte später nachempfunden, schriftlich ausformuliert und in einem der zuletzt erschienenen Reihenbände der Öffentlichkeit preisgegeben wurden, konnten wahrscheinlich wirklich nur im ganz persönlichen Kindheitserleben dieser Autorin und in ihrer bergbäuerlichen Lebensumgebung, auf dem Großsonnberg oberhalb von Taxenbach im Salzburger Pinzgau, diese konkrete Gestalt annehmen. Ein ebenso beträchtlicher Teil ihrer kindlichen Empfindungen und Reflexionen scheint aber, wie man Leserreaktionen entnehmen kann, durchaus auch anderen Menschen – und nicht nur solchen mit ländlichen Wurzeln – vertraut zu sein und bei ihnen vielgestaltige Erinnerungen wachzurufen. Darüber hinaus sind in ihren Kindheitserzählungen zahlreiche Aspekte jenes Prozesses der landwirtschaftlichen Modernisierung festgehalten, der um die Mitte des 20. Jahrhunderts die ländlich-bäuerlichen Lebens- und Arbeitswelten von Grund auf verändert hat.

Aus Lebensgeschichten lernen

Lesende können sich im Selbstporträt der Schreibenden spiegeln, eigene lebensgeschichtliche Erfahrungen und Probleme mit den Erlebnissen anderer abgleichen; sie können Erstere dabei teils bestätigt, teils konterkariert finden und aus der Distanz bzw. Differenz heraus vielleicht biografische Entwicklungsmöglichkeiten für sich selbst entdecken. Schriftliche Lebenserzählungen sind daher nicht bloß ein reizvoller Lesestoff, sie enthalten – ganz abgesehen von dem darin dokumentierten alltagshistorischen Wissen – auf vielerlei Ebenen Lehr- und Lernpotentiale.

Der didaktisch bedeutsame Angelpunkt liegt dabei wohl in der Verknüpfung der Darstellung historischer Ereignisse oder Lebens-umstände mit einer – manchmal auch mehreren – subjektiven Erzähl- bzw. Erinnerungsperspektive/n. Eine Vielzahl an unterschiedlichen Blickwinkeln bieten vor allem die Sammelbände der Buchreihe, die jeweils Textbeiträge mehrerer SchreiberInnen aus einem bestimmten sozialen Milieu (z. B. Erzählungen über die Kindheit und Jugendzeit in Häuslerfamilien, in der Arbeiterschicht, in bürgerlicher Umgebung; über den Alltag ehemaliger Mägde, Knechte, Wandergesellen usw.), Lebenserzählungen von Angehörigen einer Generation (z.B. „Kindheit im Ersten Weltkrieg“, „Geboren 1916“) oder Erinnerungen an andere alltagshistorisch relevante Themen (z. B. an die Elektrifizierung, ans Essen und Trinken, an die Beichte oder an den Stellenwert von Musik und Gesang im Alltag von einst) nebeneinander präsentieren.

An den Gemeinsamkeiten und Kontrasten zwischen mehreren Erinnerungstexten sollen allgemeine Aspekte des historisch-gesellschaftlichen Wandels ebenso deutlich werden wie unterschiedliche Formen des persönlichen Umgangs mit gesellschaftlichen Veränderungen oder politischen Brüchen. In einem ausführlicheren Vor- oder Nachwort wird zumeist auch eine entsprechende „Zusammenschau“ der Beiträge bzw. eine grobe Übersicht über die jeweilige Thematik aus wissenschaftlicher Sicht geboten.

Aussprechen und Anteil nehmen

Viele ältere Menschen erlebten (und erleben) es als befriedigend und aufbauend, dass die für einen Großteil der österreichischen Bevölkerung bis weit ins 20. Jahrhundert hinein charakteristischen Erfahrungen von schwerer körperlicher Arbeit, von materiellen und emotionalen Entbehrungen aller Art, von verwehrten Bildungschancen usw. – noch dazu von Angehörigen der eigenen Generation – öffentlich geäußert und bewusst gemacht werden können. Wenn erst einmal ausgesprochen oder noch besser: schwarz auf weiß niedergelegt ist, was sich „heute ja doch niemand mehr vorstellen kann“, dann macht sich meist eine gewisse Erleichterung bemerkbar. Auf der einen Seite, weil man sich zugleich so manches „von der Seele geschrieben“ hat, auf der anderen, jener der Lesenden, weil einem ein bislang fremder Mensch mit seinen Erzählungen möglicherweise „aus tiefster Seele gesprochen“ hat. Dies schafft zweifellos gute Voraussetzungen für eine verstärkte Reflexion und ein tiefer gehendes Verständnis des Erfahrenen, auch über gesellschaftliche Schranken oder Stereotype hinweg. Vor allem Frauen fanden (und finden) in fremden Lebensberichten oft Probleme und Erfahrungsmuster ihrer eigenen Kindheit angesprochen und beziehen aus der Lektüre eine Ermutigung, selbst Erlebtes ebenfalls wichtiger zu nehmen, von Neuem zu überdenken und die Gelegenheit zu nützen, auch mit eigenen Erzählungen Gehör und Anteilnahme zu finden.

Lebensgeschichten sammeln

Zeitgleich mit der Gründung der Buchreihe „Damit es nicht verlorengeht …“ entstand 1983 auf Initiative von Michael Mitterauer am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien auch die „Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen“. Hauptaufgabe dieser Einrichtung ist es, Lebensaufzeichnungen aller Art (Autobiografien, Tagebücher, kürzere lebensgeschichtliche Erinnerungstexte, Familiengeschichten, fallweise auch Chroniken, Briefsammlungen usw.) systematisch als alltags-, kultur- und zeithistorische Dokumente zu sammeln. Von hier aus wurden seit den 1980er-Jahren Menschen durch Aufrufe in Rundfunksendungen und Zeitschriften immer wieder eingeladen, persönliche Lebenserinnerungen aufzuschreiben – vor allem für sich und die eigenen Nachfahren, in zweiter Linie eventuell auch für eine Nutzung der Materialien als Quellentexte im Wissenschafts- oder Bildungsbereich.

Aus dieser Initiative ist über die Jahre eine Sammlung lebensgeschichtlicher Manuskripte von mittlerweile rund 3.000 Personen entstanden. Die Materialien stammen vorwiegend aus Österreich bzw. aus den ehemaligen Gebieten der Habsburgermonarchie und reichen zum Teil bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück. Dieses lebensgeschichtliche Textarchiv stellt jenen reichhaltigen Fundus dar, aus dem pro Jahr im Schnitt zwei bis drei neue Bände der Buchreihe „Damit es nicht verlorengeht …“ hervorgehen.

Was besonders leicht verlorengeht…

Schon seit Beginn der Sammel- und Publikationstätigkeit wurde übrigens besonderer Wert darauf gelegt, dass Lebensgeschichten von gesellschaftlichen Außenseitern – von sozial benachteiligten, eher wenig schreibgeübten oder gemeinhin wenig geachteten Gruppen der Gesellschaft in Vergangenheit und Gegenwart – in der Dokumentationsstelle wie auch in der Buchreihe verstärkt wahrgenommen und vertreten sein sollen. Nicht zufällig kamen in den Anfängen der Buchreihe vergleichsweise viele Angehörige früherer ländlicher Unterschichten (ehemalige Knechte, Mägde, Häuslerkinder usw.) zu Wort, deren Erfahrungen und Eindrücke von einem Leben am unteren Ende der Gesellschaft in den Jahrzehnten des wirtschaftlichen Aufschwungs und relativen Wohlstands ab der Mitte des 20. Jahrhunderts keinen Platz mehr hatten und eine Zeit lang geradezu verschämt dem Vergessen überantwortet wurden.

Zwei aktuelle Bände sind etwa den Lebensgeschichten unehelich geborener Kinder bzw. deren Müttern gewidmet und enthalten – unter anderem – aus heutiger Perspektive kaum mehr nachvollziehbare Beispiele von persönlicher Abhängigkeit, Ausbeutung, Ausgrenzung und struktureller wie offener Gewalt gegenüber Kindern und Frauen in unserer Gesellschaft.

Einige weitere Reihenbände dokumentieren die Problematik von Migration, Flucht und Vertreibung anhand der Lebensgeschichten von politisch oder rassistisch Verfolgten, aber auch von Menschen, die aus anderen Motiven zwischen verschiedenen Gesellschaften bzw. Kulturen „wandern“ (z.B. die Erinnerungen einer „Grenzgängerin“ zwischen Österreich und Slowenien oder eines österreichisch-slowakischen Wissenschaftlerehepaars jüdischer Herkunft).

Nicht zuletzt wurde es nach der Öffnung der Ostgrenzen ein vordringlicheres Anliegen, auch Lebensgeschichten von Menschen aus dem benachbarten mittel- und (süd-)osteuropäischen Raum vorzustellen (z.B. Erinnerungen an die „Kindheit in Böhmen und Mähren“ oder autobiografische Erzählungen aus Bulgarien, Litauen und aus dem ehemaligen Jugoslawien). Auch hier sollte die Möglichkeit der persönlichen Anteilnahme an exemplarischen lebensgeschichtlichen Erfahrungen anderer die Auseinandersetzung mit historisch gewachsenen Unterschieden und Gegensätzen wie auch mit oft frappanten kulturellen Ähnlichkeiten das Verständnis für die Bevölkerung benachbarter Länder und ihre Kulturen fördern. In eine ähnliche Richtung zielt der unlängst erschienene Band „Verschickt in die Schweiz. Kriegskinder entdecken eine bessere Welt“, mit gesammelten Eindrücken österreichischer Kinder der Geburtsjahrgänge 1932 bis 1943 vom Krieg und von ihren teils ausgedehnten Erholungsaufenthalten im westlichen Nachbarland in den Jahren nach 1945.

Lebensgeschichten und das Licht der Öffentlichkeit

Als Herausgeber der Buchreihe fungiert seit einiger Zeit der Verein „Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen“. Dieser umfasst – neben mir als einzigem für die Betreuung der Sammlung an der Universität Wien angestellten Mitarbeiter – einen Kreis von rund zwei Dutzend Personen, die über Editions- oder Forschungsprojekte mit der Dokumentationsstelle enger verbunden oder in anderer Weise um ihre Geschicke bemüht sind bzw. waren.

Entsprechend „vielstimmig“ gestaltet sich auch die Auswahl einzelner Manuskripte für die Publikation. Autobiografische Texte, die mehrere LeserInnen innerhalb des Herausgeberkollegiums gleichermaßen durch Originalität, Authentizität, historische Aussage- und sprachliche Ausdruckskraft beeindrucken, werden bei regelmäßigen Treffen diskutiert, fallweise noch in der Runde weitergereicht und in eine engere Auswahl aufgenommen. Wenn sich dann noch jemand findet, dem ein bestimmtes autobiografisches Manuskript oder ein Thema so sehr am Herzen liegen, dass er oder sie auch die konkrete Editionsarbeit auf sich nimmt, dann steht einem weiteren Reihenband meist nichts mehr im Wege. Themenbezogene Sammelbände wiederum resultieren häufig aus aktuellen Forschungsprojekten im Umkreis des Archivs.

Die Zahl der Manuskripte, die bereits mit der Absicht der Veröffentlichung eingesandt werden, ist im Lauf der Jahre und mit dem Bekanntheitsgrad der Buchreihe merklich gestiegen; gleichzeitig sind aber auch die Hürden der Auslese höher geworden. Gerade zu Zeiten, als Barbara Passrugger aufgrund ihres herzlichen Auftretens bei Lesungen wie auch in verschiedenen Medien hohe Popularität genoss, wuchs die Zahl derjenigen, die mit eigenen Werken gerne in ihre Fußstapfen getreten wären. Es sollte aber nicht verkannt werden, dass ein solcher Publikumserfolg, gerade im Fall einer Autobiografie, eine ganz besondere Stimmigkeit zwischen einem Buch, seinem Inhalt und seiner Autorin (und wohl noch manch weitere glückliche Fügung) voraussetzt.

Als aus unserer Sicht besonders gehaltvoll erweisen sich oft jene Aufzeichnungen, die irgendwo im „stillen Kämmerlein“ entstehen und dort möglicherweise auch längere Zeit liegen bleiben, bevor sie den Weg zu uns finden. Lebensgeschichtliche Aufzeichnungen, die eine Person hauptsächlich für sich selbst oder für eigene Angehörige bzw. Nachkommen zu Papier bringt, entstehen aus einer anderen Schreibhaltung heraus als stärker repräsentativ angelegte, von vornherein an eine breitere Öffentlichkeit gerichtete Texte. Und dieser Unterschied schlägt sich auch in der inhaltlichen Ausgestaltung und Aussagekraft der Manuskripte merklich nieder.

Ein Hauptanliegen ist es, jenen innerfamiliären und intergenerationalen Dialog, der lebensgeschichtlichem Schreiben im Allgemeinen zugrunde und älteren Menschen meist besonders am Herzen liegt, zu erweitern und die daraus hervorgegangenen schriftlichen „Vermächtnisse“ als gesellschaftlich bedeutsames Kulturgut zu sichern. Die enorme Fülle an lebensgeschichtlichen Erfahrungen und alltagshistorischem Wissen, die ältere Menschen in sich tragen und gelegentlich auch zu Papier bringen, soll (in Form von Kopien) an einem Ort gesammelt und möglichst viel von alldem, was Menschen in historisch-aufklärerischer Absicht weitergeben möchten, tatsächlich einer interessierten Öffentlichkeit näher gebracht werden.

Schreiben – Lesen – Austauschen

Bibliotheken und BibliothekarInnen können in diesem Wissens- und Erfahrungstransfer zwischen den Generationen ein wichtiges Bindeglied sein, und zwar nicht nur in Bezug auf die Verbreitung der einschlägigen Bücher, sondern vielmehr noch als lokale, persönliche AnsprechpartnerInnen für schreib- und lesefreudige Menschen. Wie schon angedeutet, liegen meist größere räumliche Distanzen und vielerlei andere Barrieren zwischen der Einsamkeit der lebensgeschichtlich Schreibenden und der Sammelpraxis einer dokumentarisch-wissenschaftlichen Einrichtung an der Universität Wien. Jede Art von „Überbrückungshilfe“, jede Anregung, Ermunterung oder Beratung – einmal zum lebensgeschichtlichen Schreiben selbst (das für viele „Laien“ mit durchaus ungewohnten Problemen und Strapazen verbunden ist), und in der Folge zur Weitergabe der persönlichen Aufzeichnungen an andere – wären aus unserer Sicht willkommene Unterstützungsleistungen.

Die „Infrastrukturen“ des Austauschs und der Tradierung von Lebenswissen befinden sich gesamtgesellschaftlich zwar gerade in einem enormen Umbruch, aber die Bewahrung solcher Art von Kulturgütern wird sich auch in Zukunft weniger an der Kapazität der modernen elektronischen Speichermedien bemessen als an der Qualität realer, zwischenmenschlicher Kommunikationsprozesse.

Die mit dem Projekt „LebensSpuren“ angestrebte Neubestimmung der kommunikativen Funktionen und des Wirkungskreises von Bibliotheken motiviert uns umso mehr, die Dimensionen der eigenen Arbeit mit älteren Menschen und ihren Lebensgeschichten in diesem Rahmen vorzustellen und alle, die sich in anderen Bereichen mit Biografien oder „Biografiearbeit“ beschäftigen, zum kommunikativen oder kooperativen Einhaken bzw. Andocken einzuladen.

In diese Richtung zielt auch eine neue Website, die wir gemeinsam mit der Medienkunstinitiative „Der Lichtblick“ gestalten und die ab Herbst 2007 unter der Adresse www.MenschenSchreibenGeschichte.at unser „Standbein“ in der virtuellen Welt sein soll. Schreib- und erinnerungsfreudige Menschen finden dort die Möglichkeit für kleinere (autobiografische) Veröffentlichungen, und Projekte bzw. Einzelpersonen, die sich – egal, in welchem Metier – mit Lebensgeschichten auseinandersetzen, sollen ihre Arbeiten bzw. Angebote präsentieren und in Kontakt bzw. Erfahrungsaustausch treten können.

Im Übrigen sammeln wir auch auf herkömmliche Art weiterhin schriftliche (besonders gerne handschriftliche!) Lebensaufzeichnungen aller Art und freuen uns über jede Bereicherung unseres alltagsgeschichtlich-autobiografischen Textarchivs wie auch über Kontakte zu Menschen mit einer Neigung zum lebensgeschichtlichen Schreiben.

Günter Müller

Kontakt: Mag. Günter Müller
Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen
Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Universität Wien
Dr.-Karl-Lueger-Ring 1
1010 Wien
Tel. (01)/4277-41306
Lebensgeschichten@univie.ac.at



Diesen Beitrag können Sie unter im Download-Bereich auch als illustrierte pdf-Datei abrufen

Partner
STUBE
 EU Lifelong Learning Programme
 Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
 Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
 Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
Projekte . Kooperationen
Advertorial
EKZ
Tyrolia